Die FBG Arnstein e.V. lud zum diesjährigen Jahresausflug am 12. Juli 2025 nach Hammelburg ein. Am Vormittag besuchten die interessierten Teilnehmer das Sägewerk Kess in Hammelburg, eines der größten Laubholzsägewerke in der Region. Die Führung durch den Betrieb übernahm Herr Sven Süssner, zuständiger Einkäufer für Rundholz. Die Besucher bekamen einen interessanten Einblick in die Verarbeitung im Sägewerk, von der Anlieferung der Stämme, über den Zuschnitt bis hin zur Lagerung der fertigen Bretter und Bohlen. Die fertigen Zuschnitte werden sowohl in großen Hallen als auch im Freien gelagert und für den Verkauf kommissioniert.

Im Anschluss widmeten sich die Gäste den Sehenswürdigkeiten der Stadt Hammelburg. In der Geschichte Hammelburgs stand der Wein immer an erster Stelle und ist somit immer noch bedeutend für die älteste Weinstadt Frankens. Diese wurde bereits im Jahr 777 n. Chr. urkundlich als Weinort erwähnt. Vom Marktplatz aus ging die geführte Tour durch die historische Altstadt von Hammelburg, bei der der Gästeführer die lange Geschichte der Stadt mit Anekdoten und Hintergrundwissen lebendig werden ließ und endete an der alten Stadtmauer. Mittags kehrten die Reisenden in dem schönen Landgasthof Stern in Obererthal ein, um sich für den Nachmittag zu stärken.



Den Nachmittag verbrachten die Teilnehmer im Wald in der Nähe von Hammelburg. Der Betriebsleiter und Liegenschaftsverwalter der Stiftung Juliusspital, Herr Matthias Wallrapp, führte durch den Wald seines Arbeitgebers, einen Großprivatwaldbesitzer. In der Führung ging er sowohl auf das waldbauliche Vorgehen, als auch auf das jagdliche Konzept des Forstbetriebes ein. Er zeigte anschaulich, wie sich auf einer Fläche – auch ohne Zaun oder Einzelschutz – durch eine gezielte Eigenbejagung sowie durch die Kombination aus Naturverjüngung und Pflanzung ein stabiler, gesunder Mischwald entwickeln kann. Dabei wurde deutlich, dass die Jagd im Privatwald eine zentrale Rolle spielt: Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können ihren Wald selbst bejagen oder die Jagd an externe Pächter vergeben. Entscheidend ist dabei das richtige Maß an Wildregulierung, denn ein Überbestand an Reh- oder Rotwild erschwert die Naturverjüngung und macht zusätzlichen Pflanzenschutz notwendig. Ebenso wichtig ist das Gleichgewicht zwischen benachbarten Revieren – wird in einem Gebiet zu wenig gejagt, wandert das Wild in andere Flächen ab und es kann dort zu einer Überpopulation kommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Führung nahmen somit die Erkenntnis mit, dass nachhaltige Waldpflege nicht nur vom waldbaulichen Vorgehen abhängt, sondern auch von einem durchdachten jagdlichen Konzept, das den Wald langfristig vor Wild stellt. Den Schlusspunkt des Tagesprogramms setzte ein gemeinsamer Besuch in einer typisch fränkischen Heckenwirtschaft.



Auf der Rückfahrt ließ Geschäftsführer Lukas Reith die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren und hob das ausgewogene Zusammenspiel von Jagd und Waldpflege als Grundlage für gesunde Mischwälder hervor. Dabei richtete er seinen Appell besonders an die Anwesenden, die mit ihrer eigenverantwortlichen Arbeit im eigenen Wald entscheidend zum Gelingen beitragen. Genau diese Waldbesitzerinnen und Mitglieder stehen im Mittelpunkt der Vereinsarbeit – und die FBG begleitet sie bei allen Fragen sowohl mit theoretischem Wissen als auch mit praktischer Unterstützung.
Fotos © Anton Lotter
